Michael Wassenberg: »Mein Foto-Blog«

16. Juli 2009

Ein Tag im Sommer in Hamburgs City

Sieht aus wie Helge Schneider – ist es aber wohl nicht. Der Posaunist und die anderen Musiker des Ensembles »La KaffeehausAvantgarde«
wurden angeheuert, um am 16. Juli 2009 das »Elbphilharmonie Kulturcafé« am Mönckebergbrunnen offiziell zu eröffnen. Die Musik ist
gefällig, die Sonne lacht und das Aufgebot an Fotografen groß zu nennen, ist keine Übertreibung. Auf der Terrasse sieht man viele Schlips-
träger. – Aus einer Laune heraus beschließe ich, die Fotos heute mal auf alt zu trimmen. So lässt sich vielleicht auch das harte Licht ein
wenig kompensieren …

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Ich gehe die Mönckebergstraße hinunter in Richtung Rathaus. Unterwegs begegne ich einigen Straßenkünstlern. Ein Mann – ganz in Silber –
steht regungslos auf einem Podest. Er verteilt Handküsse (an die Damen), sofern sie ihm etwas Kleingeld in die Vase (Schüssel?) werfen.
Kaum 100 Meter weiter treffe ich eine Frau. Sie schminkt sich gerade für ihren Auftritt – natürlich silber. Die Apfel-Frau – eine entfernte
Verwandte der Zitronen-Jette? – gestattet mir ein Foto. Sie erinnert mich an eine ehemalige Kommilitonin aus Düsseldorf. Aber das ist eine
andere Geschichte.

innenstadt_02

Ich glaube, die Stadt besteht heute zu mehr als 50 % aus Touristen. Um nicht aufzufallen, tarne auch ich mich als Tourist. Gegenüber den
Alsterarkaden scheißen Tauben, Möwen, Enten und Schwäne auf die Treppen, die bis runter zum Alsterfleet gehen. Dennoch wird dieser Platz
– besonders von Flip-Flops tragenden Mädchen und sonnenbebrillten Jungs – stark frequentiert. Und natürlich wird hier mächtig fotografiert
– mit dem Handy oder auch mal einer dicken Nikon.

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Die Schwäne lassen sich durch nichts beeindrucken: nicht durch den Freak mit der Wasserpfeife im Tretboot, nicht durch die kreischenden
Teenies, nicht durch plärrende Kleinkinder, die nach einem dritten Eis verlangen, nicht durch überforderte und gestresste Eltern … und
schon gar nicht durch meine weiße Canon-Tüte. Vor kurzem hatte ich diese Formulierung das erste Mal gelesen – und mir war klar, dass
ich sie irgendwann einmal selbst gebrauchen würde. Zur Erklärung für den Laien: Die hochwertigen Teleobjektive mit den großen Brenn-
weiten, die die Firma Canon herstellt, sind weiß, weshalb sie in Fotografen-Kreisen – und insbesondere von den Canonisten – gern als
»weiße Tüten« bezeichnet werden.

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Wenn ich schon einmal hier bin, dann will ich auch ins Rathaus gehen. Die Treppen, die Säulen und der andere Schnickschnack wurden
damals eigens angefertigt, damit ich mir gegenüber die Anschaffung eines Fisheyes rechtfertigen kann.

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Im Innenhof von Rathaus und Börse befindet sich der Hygieia-Brunnen. Dieser muss auch stets als Hintergrund herhalten, wenn Frieda
ihren Hermann knipst. Aus kunstgeschichtlichem Interesse – ich sag nur »Neorenaissance!« – mache ich auch mal schnell zwei Fotos.
Und dann nix wie weg hier.

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4 Kommentare »

  1. hallo herr fotograf,
    falls sie mit »Freak mit der Wasserpfeife im Tretboot« uns am 16.07.09 meinten, finde ich die betitelung doch sehr unpassend, da eine chicha nicht für lärm und oder etwas verrücktes steht, sondern eher passend den hamburger charakter widerspiegelt, der eher entspannt und chillig ist.
    übrigens sind WIR, also nicht einer wie sie schrieben, Hamburger.

    Kommentar von Harald — 17. Juli 2009 @ 15:47 | Antwort

  2. aso übrigens sehr schöne bilder. Mit welchem Canon L objektiv sind die geschossen wurden?

    Kommentar von Harald — 17. Juli 2009 @ 15:51 | Antwort

  3. Liebe Wasserpfeifen-Raucher, liebe Hamburger!

    Die Bezeichnung »Freak« ist bei mir keineswegs negativ konnotiert. Im Gegenteil: eine entspannte Lebensart zu praktizieren, ist doch sehr sympathisch. Zumal es mir selbst nur selten gelingt. Und das Rauchen einer Wasserpfeife habe ich ja auch im Text nicht mit Lärm in Verbindung gebracht.

    Ich kann also nicht einmal sagen, ob ich Sie (im Plural) erblickt und gemeint habe. Im Boot gesehen habe ich nur eine Person. Vielleicht waren Sie es? Vermutlich aber nicht. Aber darauf kommt es auch gar nicht an. Ich wollte eine Atmosphäre beschreiben und bebildern, mehr nicht. Nehmen Sie es bitte nicht persönlich. Zudem ja die Schwäne das Subjekt des Satzes sind … ;-)

    Die Aufnahmen habe ich übrigens mit einem 15 mm Fisheye (1:2,8), einem 50 mm (1:1,2) und einem 70-200 mm (1:2,8 IS) gemacht.

    Mit entspannten Grüßen

    Michael Wassenberg

    PS: Was mich sehr interessiert: wie haben Sie meinen kleinen Foto-Blog gefunden?

    Kommentar von wassenberg — 17. Juli 2009 @ 16:30 | Antwort

  4. hallo,

    mein bruder hat, weil wir durch die wasserpfeife auf so viel resonanz stießen, einfach mal los gegoogelt und siehe da …
    war echt n lustiger tag. Am abend ich als ich meinen roller an der binnen-alster abholen wollte habe ich sogar noch udo lindenberg und jasmin wagner (blümchen) getroffen und n nettes foto mit dem udo gemacht.

    das hamburger war darauf bezogen weil sie halt von vielen touris sprachen.

    Kommentar von Harald — 17. Juli 2009 @ 20:31 | Antwort


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